Projekt Beschreibung

Taping –

Verletzungen vorbeugen, Beschwerden behandeln, Heilung fördern

Taping unterstützt den Körper in der Bewegung, indem es Gelenke stabilisiert, die Muskulatur entlastet und Schmerzen lindert. Je nachdem, welche Wirkung mit der Behandlung erzielt werden soll, wendet der Arzt oder Therapeut entsprechende Techniken an und setzt dabei unterschiedliche Materialien ein.

Klassisches oder Kinesiologisches Taping?

Klassisches Taping kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine Bandage oder Schiene aus dem Sanitätshaus nicht die gewünschte Stabilität bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit bietet. Muskulatur, Bänder, Sehnen und Faszien werden mit dem Tape stabilisiert, aber nicht komplett ruhig gestellt. Die Taping-Technik lässt einen begrenzten Bewegungsumfang weiterhin zu, während sie schmerzhafte Bewegungsrichtungen gezielt einschränkt. Daher hat sich der funktionelle Tape-Verband in Arztpraxen und Kliniken zur Therapie von akuten Verletzungen am Bewegungsapparat bewährt. Zugleich spielt er im Sport eine wichtige Rolle, um Verletzungen vorzubeugen.

Kinesiologisches Taping dient vor allem der Behandlung chronischer Beschwerden oder es wird eingesetzt, um Bewegungseinschränkungen wieder zu normalisieren. Das Material ist ähnlich dehnbar wie die menschliche Haut, auf der es fixiert wird. Bei freier Beweglichkeit verschiebt sich die getapte Haut gegen das darunter liegende Gewebe und massiert es sanft. Zugleich werden durch die Taping-Technik Hautsensoren stimuliert, die das Schmerz- und Wärmeempfinden beeinflussen, der Blutfluss wird anregt und Muskeln, Bänder und Gelenke werden entlastet.

Der Therapeut bringt den betroffenen Muskel, das Gelenk oder das Band in eine bestimmte Stellung und achtet beim Aufkleben eines oder mehrerer Tapes darauf, dass diese weder zu stark noch zu schwach gedehnt werden, fest sitzen und die richtigen Falten werfen.

Beim klassischen Taping wird bei Bedarf vorab ein Hautschutz (Unterzug) oder ein zugeschnittenes Schaumpolster angelegt.

Kinesologisches Tape ist in der Regel gut hautverträglich, wird vorab auf die benötigte Länge und Form zugeschnitten und nach dem Aufbringen auf die Haut warm gerieben, damit der Klebstoff besser haftet.

Die Haut muss für das Taping trocken, fettfrei (ungecremt), sauber und im Fall von starker Behaarung rasiert sein. Die Behandlung mit einem Tape kommt nicht infrage bei:

  • Infektionen oder Entzündungen der Haut
  • noch offenen Wunden nach Verletzung oder Operation
  • schweren Durchblutungsstörungen
  • Latexallergie

Alles in allem handelt es sich um eine risikoarme und sichere Behandlungsmethode, wenn sie mit Sorgfalt und Fachkenntnis durchgeführt wird.

Tapes sind sowohl in Apotheken als auch online erhältlich und es gibt Video-Anleitungen sowie Selbsthilfe-Literatur. Wer vom Nutzen des Tapings überzeugt ist und es regelmäßig einsetzt, zum Beispiel als Unterstützung beim Sport, möchte gegebenenfalls zu Hause selbst Hand anlegen.

Doch dabei ist Vorsicht geboten. Denn eine Fixierung kann schaden, wenn das Band unsachgemäß angelegt wird. Infolgedessen kann es zu falschen Gelenk-Stellungen, Haltungen, Belastungen und Bewegungen kommen. Zu straff angelegtes Tape kann auch Schwellungen hervorrufen oder die Durchblutung stören. Im Extremfall kann unprofessionelles Taping sogar neuromuskuläre Gewebeschäden zur Folge haben.

Laien, die nicht über das nötige anatomische Grundwissen verfügen und die Anwendung von Kinesiologischem Tape nicht in einem Kurs erlernt haben, sollten daher von einer Selbstbehandlung absehen. Gegebenenfalls kann aber der Arzt oder Therapeut den Patienten einweisen und mit ihm die individuell angemessene Anwendung üben.

In jedem Fall gilt: Ein Kinesiologisches Tape kann nützlich sein, ist aber kein Allheilmittel. Insbesondere bei neu auftretenden Schmerzen, starkem Kribbeln oder Verfärbungen der Haut sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Dr. med. Sibyll Kottmair, Expertin für Rehamedizin

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Leistungen

Typische Anwendung Klassisches Taping

Wo hohe Kräfte auf die Gelenke und die die Gelenke umgebenden Weichteile einwirken, kann klassisches Taping vorbeugend oder im Rahmen der Akutbehandlung unerwünschte Bewegungen verhindern beziehungsweise einschränken.

  • Tapes mit schützender Wirkung zum Beispiel bei chronischer Kapsel-Band-Schwäche des Sprunggelenks oder Bänderrissen am Sprunggelenk
  • Behandlung von akuten Muskel- und Sehnenverletzungen wie Muskelfaserriss oder Überlastungen und Entzündungen der Muskel- und Sehnenansätze
  • Stabilisierung im Sport nach Kapsel- und Bandverletzungen
Klassisches Taping Fuß

Information

Klassisches Tape

… wird auch funktionelles Tape genannt. Es ist zugfest und besteht aus wasserabweisendem Baumwollgewebe, das Latex enthält und mit Zinkoxidkleber beschichtet ist. Der Tapeverband sollte beim Duschen vor Nässe geschützt werden.

Typische Anwendung Kinesiologisches Taping

Bei Schmerz, Zerrung, Überlastung, Instabilität, Schwellung, Entzündung, Faserriss und sogar bei Wassereinlagerung unterstützen Kinesiologische Tapes den therapeutischen Erfolg.

  • Chronische Beschwerden verschiedener Gelenke wie zum Beispiel bei Arthrose
  • Rückenschmerzen, vor allem Verspannungen vom Nacken über die Brustwirbelsäule bis hinunter zu den Lendenwirbeln, wie zum Beispiel Hexenschuss und Ischialgien
  • Überlastungsbedingte Beschwerden an den Armen und Beinen, zum Beispiel Tennisarm, Sehnenscheidenentzündung, Achillessehnenreizung, Runners Knee
  • Akute Schmerzen und Verletzungen, zum Beispiel Blutergüsse, Prellungen und Zerrungen
Kinesiologisches Taping Fuß

Information

Kinesiologisches Tape

… wird auch Physio- oder Muskeltape genannt. Es besteht aus einem atmungsaktiven, elastischen Baumwoll-Gewebe, das mit Acryl-Kleber beschichtet ist. Der Streifen ist wasserabweisend und haftet bis zu zehn Tage direkt auf der Haut.

Unser rehamedizinisches Angebot im Überblick

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